Ausbauplanung Schandauer Straße

Die Stadtverwaltung Dresden plant den Ausbau der Borsbergstraße/Schandauer Straße im Bereich zwischen Fetscherplatz und Pohlandplatz. Dabei sind vielfältige Rahmenbedingungen wie die Belange des ÖPNV, bestehende Bebauungspläne und andere Planungsmaßnahmen zu berücksichtigen.  

Die Schandauer Straße als Bestandteil des Dresdner Hauptstraßennetzes besitzt eine wichtige verkehrliche Verbindungsfunktion. Sie verbindet einerseits die östlichen Stadtteile Blasewitz, Tolkewitz, Laubegast und Leuben mit dem Zentrum und andererseits sammelt sie den Verkehr der direkt angrenzenden Quartiere.  

Der Straßenausbau resultiert primär aus der jetzt vorhandenen schlechten Oberflächenbefestigung (Pflaster), die zu einer hohen Schallemission führt. Für den Ausbau sind vor allem folgende Aspekte zu berücksichtigen:  

- Neuordnung des Straßenraumes unter Beibehaltung der verkehrlichen Verbindungs- und Erschließungsfunktion,  

- Beibehaltung der bestehenden Straßencharakteristik (Foto),  

- Verringerung der Geräuschemission durch einen geeigneten Oberbau (Asphalt),  

- Berücksichtigung der Belange des ÖPNV (vom Kfz-Verkehr unabhängige Führung der Straßenbahn, behindertengerechte Ausbildung der Haltestellen, Verringerung von Umsteigewegen und Vorrangschaltung an Lichtsignalanlagen),  

- leistungsfähige Ausbildung der Verkehrsanlage entsprechend den prognostizierten Verkehrsmengen,  

- Anordnung von Radverkehrsanlagen,  

- Ausreichende Bemessung der Gehwege  

Im Verlauf der Planung werden zwei vollständige Varianten und abschnittsweise auch Untervarianten untersucht, wobei der Grundunterschied beider Varianten in der angestrebten Ausbildung des Gleiskörpers und der Haltestellen Bergmannstraße und Pohlandplatz liegt.  

Neben der üblichen Bemessung der Straße für die prognostizierten Verkehrsmengen (Beispiel Fetscherplatz) wurden auch umfangreiche Untersuchungen zum Fußgängerverhalten, zu Unfallzahlen und zur Erreichbarkeit von weiteren Einrichtungen durchgeführt.  

Variante 1 beinhaltet dabei die Führung der Straßenbahn wie im Bestand auf einem befahrbaren Gleisbereich in Fahrbahnniveau. Der Gleisbereich kann von Fahrzeugen z.B. zum Linksabbiegen mitbenutzt werden.  

Der zur Verfügung stehende Querschnitt wird in Variante 1 unter Beachtung der bestehenden Bäume über die gesamte Länge von ca. 1.860 m neu geordnet. Es wurde Wert auf eine möglichst homogene Querschnittgestaltung über den gesamten Planungsabschnitt gelegt. In weiten Bereichen können die bestehenden vitalen Alleebäume erhalten werden.  

Für die Haltestellen Bergmannstraße und Pohlandplatz sind auf Grund der räumlichen Zwangspunkte von der üblichen Gestaltung abweichende Formen gewählt worden, die bisher in Deutschland noch nicht angewandt wurden. Es kommt hier eine Haltestelle in Mittellage mit angehobener Fahrbahn zur Anwendung (ähnlich Lennéstraße), bei der jedoch im Haltestellenbereich eine Linksabbiegespur angeordnet wird.  

Eine Untervariante 1a zu Variante 1 beinhaltet im Abschnitt zwischen Krenkelstraße und Tittmannstraße die Beibehaltung der im Jahre 2001 neu hergerichteten Seitenbereiche sowie eine alternative Führung des Radweges an den Knotenpunkten.  

In Variante 2 ist eine gemäß dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) voll förderfähige Lösung mit besonderem Gleiskörper entwickelt worden. Dafür ist eine Verbreiterung des Fahrbahnbereiches erforderlich, durch die fast alle derzeit vorhandenen Bäume gefällt werden müssen. Weiterhin steht im Seitenraum dadurch auch nur eine geringe Fläche für Baumneupflanzungen bzw. Geh-/Radwege zur Verfügung.  

Weiterhin wurde in Variante 2 für die problematischen Haltestellen Bergmannstraße und Pohlandplatz eine alternative Ausbildung dargestellt, bei der die Straßenbahn über eine verschwenkte Gleisachse am Fahrbahnrand hält.  

Leistungsfähigkeitsbetrachtungen an den maßgebenden Knotenpunkten  

- Fetscherplatz  

- Bertolt-Brecht-Allee  

- Bergmannstraße  

- Pohlandplatz  

haben ergeben, dass eine Bewältigung der für 2015 prognostizierten Verkehrsströme besonders am Fetscherplatz und am Pohlandplatz kritisch ist. Die Leistungsfähigkeit der Knotenpunkte wird dann mit Auslastungen bis 100% voll ausgeschöpft. Reserven sind nicht mehr vorhanden.